Torben Müller arbeitet als Steuer- und Prüfungsassistent bei Dr. Dienst & Partner in Koblenz.
Im Rahmen eines Short-Term Assignments hatte Torben die Gelegenheit, vier Wochen bei Bové Montero in Barcelona zu arbeiten. Mit mehr als 45 Jahren Erfahrung ist Bové Montero und Partner ein führendes Unternehmen im Bereich der Wirtschaftsprüfung und Beratung und gehört – ebenso wie Dr. Dienst & Partner – zum HLB Netzwerk.
Torben, könntest du uns kurz erläutern, wie es zu deinem Short-Term Assignment bei Bové Montero gekommen ist? Im November 2024 durften wir Carla Casas von Bové Montero in unserer Kanzlei begrüßen. Während ihres fünfwöchigen Aufenthalts bereicherte sie unser Team im Rahmen eines fachlichen Austauschs. Diese Begegnung inspirierte mich, an einem solchen Programm teilzunehmen. Ich habe mich dann für Barcelona entschieden, da es sich um einen großen Standort von Bové Montero handelt, der über eine umfangreiche Audit-Abteilung verfügt.
Wie war dein erster Eindruck von Bové Montero und dem Team vor Ort? Richtig positiv! Die Atmosphäre war super herzlich und offen, und die Kollegen haben mich direkt freundlich aufgenommen. Die Tradition, Damen mit einem angedeuteten Wangenkuss zu begrüßen, empfand ich als sehr herzlich und sie unterscheidet sich einfach von den Gepflogenheiten in Deutschland (lacht).
Hat die Sprachbarriere für Probleme gesorgt? Dank des German Desks, einer spezialisierten Abteilung, die sich auf die Betreuung deutschsprachiger Mandate konzentriert, wird häufig Deutsch gesprochen. Gleichzeitig wird Englisch selbstverständlich als internationale Geschäftssprache genutzt, wodurch eine reibungslose Kommunikation in jeder Situation gewährleistet ist.
Welche Aufgaben oder Projekte hast du während deines Aufenthalts übernommen? Ich war viel mit Review-Tätigkeiten beschäftigt, insbesondere mit der Erstellung und Prüfung englischsprachiger Prüfungsberichte. Außerdem hatte ich die Gelegenheit, bei einem Projekt für einen internationalen Konzern mitzuwirken, mit dem ich bereits aus der Jahresabschlussprüfung durch die DDP GRUPPE vertraut war. Besonders schön fand ich, wie nahtlos die internationale Zusammenarbeit funktionierte, und es hat mich sehr gefreut, in diesem Zusammenhang erneut auf bekannte Gesichter des Unternehmens zu treffen.
Hast du durch den Austausch neue Einblicke gewonnen, die für deine berufliche Entwicklung wertvoll sind? Auf jeden Fall. Der Austausch hat mir wertvolle Einblicke gegeben, die meine berufliche Entwicklung bereichern. Besonders interessant war es, mehr über die digitalen Prozesse der anderen Kanzlei zu erfahren. Da ich selbst gerne an neuen digitalen Prozessen mitarbeite, konnte ich zahlreiche Ideen sammeln, um Abläufe effizienter zu gestalten.
Was hast du über die spanische Arbeitskultur gelernt, das dich überrascht oder inspiriert hat? Der Betrieb vor Ort ist eher klassisch geprägt, mit festen Arbeitszeiten von 9:00 Uhr bis 18:30 Uhr und einer Kleiderordnung, bei der auch Krawatten dazugehören. Diese Rahmenbedingungen geben eine klare Struktur und spiegeln die Unternehmenskultur wider. Bei uns gibt es Gleitzeit und eine weniger formelle Kleiderordnung, was den Arbeitsalltag etwas flexibler und entspannter macht. Ich schätze diese Freiheit sehr!
Wie unterscheidet sich das soziale Miteinander in Spanien von dem in Deutschland? Besonders beeindruckt haben mich die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen in Spanien. Privat ist die Atmosphäre dort spürbar anders als in Deutschland: Kollegen, deren Freunde oder auch ehemalige Kollegen treffen sich regelmäßig, sodass die sozialen Kontakte unglaublich lebendig sind. Schon nach kurzer Zeit wurde ich zu einem Geburtstag eingeladen und durfte sogar im Gästezimmer übernachten – eine Erfahrung, die mir gezeigt hat, wie gastfreundlich und unkompliziert die Menschen dort sind.
Was bedeutet es für deinen Arbeitsalltag, Teil eines globalen Netzwerks wie HLB zu sein? Das Netzwerk sorgt für spannende Impulse, dazu kommen tolle Seminarangebote und das Wissen erfahrener Kollegen. Außerdem ermöglicht es den Austausch mit internationalen Teams, wodurch neue Perspektiven und Lösungsansätze entstehen. Die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg stärkt nicht nur die fachliche Expertise, sondern auch die interkulturellen Kompetenzen. Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Kollegen die Möglichkeit nutzen, ähnliche Erfahrungen zu machen. Der Austausch stellt nicht nur beruflich, sondern auch persönlich eine enorme Bereicherung dar und hilft, neue Perspektiven zu gewinnen. Vielen Dank für das Gespräch.